Dynastische Eheverträge der Frühen Neuzeit (1500-1800)

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Name
 
Ehevertrag Anhalt-Bernburg - Hessen-Kassel 1794
Name
Ehevertrag Anhalt-Bernburg - Hessen-Kassel 1794
(Bearbeitungsstand)
2017 XII BB
Grunddaten Ehevertrag
 
#1
Vertragspartner Bräutigam
Anhalt-Bernburg
Vertragspartner Braut
Hessen
Datum Vertragsschließung
14.11.1794
Ort Vertragsschließung
Ballenstedt
Eheschließung vollzogen?
Ja
Interkonfessionelle Ehe?
Nein
Bräutigam
 
#1
Bräutigam Name, Titel
Alexius Friedrich Christian, Fürst von Anhalt Bernburg
Bräutigam Geburtsjahr
1767
Bräutigam Sterbejahr
1834
Bräutigam Dynastie
Askanier (Anhalt)
Bräutigam Konfession
Evangelisch-Reformiert
Braut
 
#1
Braut Name, Titel
Marie Friederike von Hessen-Kassel
Braut Geburtsjahr
1768
Braut Sterbejahr
1839
Braut Dynastie
Hessen (Kassel)
Braut Konfession
Evangelisch-Reformiert
Akteur Bräutigam
 
#1
Akteur Bräutigam Name, Titel
Friedrich Albrecht, Fürst von Anhalt-Bernburg
Akteur Bräutigam GND
Akteur Bräutigam Dynastie
Askanier (Anhalt)
Akteur Bräutigam Verhältnis zu Bräutigam
Vater
Akteur Braut
 
#1
Akteur Braut Name, Titel
Wilhelm IX., Landgraf von Hessen-Kassel
Akteur Braut Dynastie
Hessen (Kassel)
Akteur Braut Verhältnis zu Braut
Vater
Vertragstext
 
#1
Archivexemplar
Marburg, Staatsarchiv, Urk. 3, Nr. 389
Vertragssprache Archivexemplar
Deutsch
Drucknachweis
nicht nachgewiesen
Vertragssprache Druck
nicht nachgewiesen
Digitalisat Druck
nicht nachgewiesen
Vertragsinhalt
[Prä] – zu Lob und Ehren Gottes, zu Befestigung und Vermehrung des guten Einvernehmens zwischen den fürstlichen Häusern: Eheabrede bekundet

1– Brautwerbung bekundet, Eheversprechen ausgetauscht zwischen Brauteltern, Braut und Bräutigam

2 – Mitgift festgelegt, Aussteuer geregelt - Verfügung der Braut über perönlichen Besitz und Zugewinn vereinbart

3 – Erbverzicht und Erbausschluß der Braut geregelt. auf Vatererbe, Muttererbe, Vettererbe, gemäß der hessischen Hausordnung, mit Zustimmung von Bräutigam, Erbansprüche nach Aussterben der Landgrafen von Hessen vorbehalten

4 – Morgengabe festgelegt: Zahlung und Nutzung geregelt - Unterhalt der Braut während der Ehe festgelegt: zum persönlichen Bedarf, Aufwendungen für Geschenke ausgenommen - Hofstaat der Braut geregelt: Bedienstete aufgezählt, Besoldung, Bestellung und Jurisdiktion geregelt

5 – Widerlage und Witweneinkünfte festgelegt: zuzüglich Naturalienlieferungen, Pfandgut zur Absicherung angewiesen

6 – Witwensitz angewiesen: abhängig von Residenz des Bräutigamsvaters oder Regenten, Unterhalt und Ausstattung geregelt, Vereidigung und Rechtsstellung von Amtleuten und Bediensteten geregelt

7 – nach Tod des Bräutigams: sechs Monate Bedenkzeit eingeräumt für Braut über Bezug von Witwengut oder Auszahlung von Mitgift, Morgengabe, Zinsen von Widerlage, Versorgung der Braut in der Bedenkzeit geregelt

8 – nach Tod der Braut ohne überlebende Kinder: Vererbung von Morgengabe und Nachlass der Braut geregelt, lebenslange Nutzung von Mitgift durch Bräutigam, nach Tod des Bräutigams Rückfall von Mitgift geregelt

9 – nach Tod der Braut: Vererbung von Mitgift, Widerlage, Morgengabe und Nachlass an Kinder geregelt – bei Tod der Kinder während Witwenzeit: Verbleib von Mitgift bei Haus Anhalt geregelt

10 – bei zweiter Ehe der Braut: Ende von Nutzung der Witwengüter, Auszahlung von persönlichem Besitz, Mitgift und Morgengabe an Braut geregelt, lebenslange Verzinsung von Widerlage zugesichert, Rückgabe von Ausstattung des Witwensitzes geregelt, ggf. Vererbung von Mitgift, Morgengabe und Nachlass an Kinder aus erster und zweiter Ehe geregelt

11 – Religionsausübung der Braut geregelt: Bestellung von Hofpriester zugesichert – Kindererziehung geregelt: reformierte Erziehung für Söhne, reformierte oder lutherische Erziehung für Töchter nach Gutdünken der Braut festgelegt, Unterhalt geregelt

12 – nach Tod von Bräutigam: Vormundschaft und Regentschaft für unmündige Kinder geregelt, zusätzliche Regentschaftsgelder für Braut als Witwe zugesichert

13 – Schuldenhaftung für Braut geregelt

14 – bei Tod von Braut oder Bräutigam nach Hochzeit vor Mitgiftzahlung: Gültigkeit des Vertrags vereinbart – bei Tod von Braut oder Bräutigam vor Hochzeit: Nichtikeit von Ehevertrag vereinbart, Schenkungen geregelt

15 – Einhaltung des Vertrags versprochen: Zustimmung von übrigen Angehörigen des Hauses Anhalt zugesichert
Regelungen über Thronfolge und Regentschaft
Witwensitz angewiesen: abhängig von Residenz des Bräutigamsvaters oder Regenten - 6

nach Tod von Bräutigam: Vormundschaft und Regentschaft für unmündige Kinder geregelt, zusätzliche Regentschaftsgelder für Braut als Witwe zugesichert - 12
konfessionelle Regelungen
Religionsausübung der Braut geregelt: Bestellung von Hofpriester zugesichert – Kindererziehung geregelt: reformierte Erziehung für Söhne, reformierte oder lutherische Erziehung für Töchter nach Gutdünken der Braut festgelegt - 11
erbrechtliche Regelungen
Erbverzicht und Erbausschluß der Braut geregelt. auf Vatererbe, Muttererbe, Vettererbe, gemäß der hessischen Hausordnung, mit Zustimmung von Bräutigam, Erbansprüche nach Aussterben der Landgrafen von Hessen vorbehalten - 3

nach Tod der Braut ohne überlebende Kinder: Vererbung von Morgengabe und Nachlass der Braut geregelt - 8

nach Tod der Braut: Vererbung von Mitgift, Widerlage, Morgengabe und Nachlass an Kinder geregelt - 9

bei zweiter Ehe der Braut: ggf. Vererbung von Mitgift, Morgengabe und Nachlass an Kinder aus erster und zweiter Ehe geregelt - 10
Einordnung des Vertrags
 
#1
Textbezug zu vergangenen Ereignissen?
keiner
ständische Instanzen beteiligt?
keine
externe Instanzen beteiligt?
Zustimmung von übrigen Angehörigen des Hauses Anhalt zugesichert - 15
Ratifikationen, Bestätigungen, Genehmigungen erwähnt?
Zustimmung von übrigen Angehörigen des Hauses Anhalt zugesichert - 15
weitere Verträge zwischen Vertragspartnern geschlossen innerhalb 5 Jahren?
nicht nachgewiesen
militärische Konflikte zwischen Vertragspartnern ausgetragen innerhalb 5 Jahren?
nicht nachgewiesen
Kommentar
Zweites Datum der Vertragschließung 1794.11.20 Kassel.

Ehe geschieden 1817.