Dynastische Eheverträge der Frühen Neuzeit (1500-1800)

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Name
 
Ehevertrag Anhalt-Zerbst - Hessen-Kassel 1753
Name
Ehevertrag Anhalt-Zerbst - Hessen-Kassel 1753
(Bearbeitungsstand)
2017 XII BB
Grunddaten Ehevertrag
 
#1
Vertragspartner Bräutigam
Anhalt-Zerbst
Vertragspartner Braut
Hessen-Kassel
Datum Vertragsschließung
31.10.1753
Ort Vertragsschließung
Zerbst
Eheschließung vollzogen?
Ja
Interkonfessionelle Ehe?
Nein
Bräutigam
 
#1
Bräutigam Name, Titel
Friedrich August, Fürst von Anhalt-Zerbst
Bräutigam Geburtsjahr
1734
Bräutigam Sterbejahr
1793
Bräutigam Dynastie
Askanier (Anhalt)
Bräutigam Konfession
Evangelisch-Reformiert
Braut
 
#1
Braut Name, Titel
Caroline Wilhelmine Sophia von Hessen-Kassel
Braut Geburtsjahr
1732
Braut Sterbejahr
1759
Braut Dynastie
Hessen (Kassel)
Braut Konfession
Evangelisch-Reformiert
Akteur Bräutigam
 
#1
Akteur Bräutigam Name, Titel
Friedrich August, Fürst von Anhalt-Zerbst
Akteur Bräutigam GND
Akteur Bräutigam Dynastie
Askanier (Anhalt)
Akteur Bräutigam Verhältnis zu Bräutigam
selbst
Akteur Braut
 
#1
Akteur Braut Name, Titel
Wilhelm VIII., Landgraf von Hessen-Kassel
Akteur Braut Dynastie
Hessen (Kassel)
Akteur Braut Verhältnis zu Braut
Onkel
Vertragstext
 
#1
Archivexemplar
Marburg, Staatsarchiv, Urk. 3, Nr. 385
Vertragssprache Archivexemplar
Deutsch
Drucknachweis
nicht nachgewiesen
Vertragssprache Druck
nicht nachgewiesen
Digitalisat Druck
nicht nachgewiesen
Vertragsinhalt
[Prä] – im Namen Gottes, mit Einwilligung von Bräutigammutter und Brautmutter: Eheabrede und Vertragschließung bekundet (1-2)

1 – Eheversprechen ausgetauscht, Eheschließung vereinbart: Trauung an Prokurator des Bräutigams in Kassel, Beilager nach Überführung vereinbart

2 – Eheschließung geregelt: Termin für Trauung vereinbart, Überführung der Braut geregelt

3 – Mitgift festgelegt: zahlbar von Brautonkel, gemäß Hausverträgen, Zahlung geregelt

4 – Erbverzicht der Braut geregelt: gemäß Erbverbrüderung zwischen Häusern Hessen und Sachsen, im Gegenzug für Mitgiftzahlung, auf Vatererbe und Vettererbe, mit Zustimmung von Bräutigam, Erbansprüche der Braut bei Aussterben des Hauses Hessen in männlicher Linie vorbehalten

5 – Morgengabe festgelegt: Verzinsung geregelt – Aufwendungen für Geschenke geregelt

6 – Unterhalt der Braut während der Ehe festgelegt: einschließlich Weihnachtsgeschenk, zusätzlich zu Zinsen aus Morgengabe – Hofstaat der Braut geregelt: Bedienstete aufgezählt, Besoldung geregelt

7 – Widerlage festgelegt, Witwensitz und Witwengüter angewiesen, Witweneinkünfte festgelegt: ggf. Vertauschung der Witwengüter vorbehalten, Ausstattung von Witwensitz geregelt

8 – Bezug von Witwensitz geregelt – Ausstattung von Witwensitz geregelt – Erhaltung von Witwensitz, Schadenersatz geregelt

9 – Witwengüter geregelt: Nutzungsrechte geregelt, Herrschafterechte vorbehalten, Schadenersatz geregelt

10 – Witwengüter geregelt: Pfändungsrecht der Braut als Witwe geregelt, Vereidigung und Rechtsstellung von Amtleuten und Bediensteten geregelt, adelige Dienste für Braut geregelt

11 – Bestellung von Pfarrern und Lehrern geregelt: lutherische Konfession vorgeschrieben, landeskirchliche Rechte und Bestimmungen vorbehalten

12 – Primogeniturecht für Fürsten von Anhalt-Zerbst bestätigt

13 – nach Tod der Braut ohne Kinder und Testament: lebenslange Nutzung von Mitgift durch Bräutigam, danach Rückfall geregelt, Vererbung von Nachlass der Braut geregelt – nach Tod von Bräutigam: Nutzung von Witwengütern und Verfügung der Braut über Aussteuer und Zugewinn geregelt

14 – nach Tod der Braut mit überlebenden Kinder: Vererbung von Mitgift und Nachlass der Braut an Kinder geregelt, Nutzung durch Bräutigam bis zur Volljährigkeit der Kinder vorbehalten

15 – nach Tod des Bräutigams: Regentschaft und Vormundschaft der Braut über Kinder geregelt, Regentschaftsgelderfür Braut festgelegt, oder Rückzug auf Witwengüter freigestellt

16-17 – nach Tod von Bräutigam ohne Kinder bei zweiter Ehe der Braut: Auszahlung von Mitgift an Braut, Verzinsung von Morgengabe und Abtretung von Witwengütern geregelt, Vererbung von Mitgift und Nachlass der Braut ggf. an Kinder aus erster und zweiter Ehe geregelt

18-19 – Schutz der Witwengüter während Witwenzeit geregelt – nach Tod der Braut als Witwe: Rückfall der Witwengüter und ihrer Austattung geregelt, Vererbung von Nachlass geregelt

20 – Schuldenhaftung der Braut geregelt

21 – bei Tod von Braut oder Bräutigam vor der Hochzeit: Nichtigkeit von Ehevertrag vereinbart

22 – bei Tod. des Bräutigams vor Ende der Mitgiftzahlung: Gültigkeit der Vertragsbestimmungen vereinbart
Regelungen über Thronfolge und Regentschaft
Primogeniturecht für Fürsten von Anhalt-Zerbst bestätigt - 12

nach Tod des Bräutigams: Regentschaft und Vormundschaft der Braut über Kinder geregelt, Regentschaftsgelderfür Braut festgelegt, oder Rückzug auf Witwengüter freigestellt - 15
erbrechtliche Regelungen
Erbverzicht der Braut geregelt: gemäß Erbverbrüderung zwischen Häusern Hessen und Sachsen, im Gegenzug für Mitgiftzahlung, auf Vatererbe und Vettererbe, mit Zustimmung von Bräutigam, Erbansprüche der Braut bei Aussterben des Hauses Hessen in männlicher Linie vorbehalten - 4

nach Tod der Braut ohne Kinder und Testament: lebenslange Nutzung von Mitgift durch Bräutigam, danach Rückfall geregelt, Vererbung von Nachlass der Braut geregelt – 13

nach Tod der Braut mit überlebenden Kinder: Vererbung von Mitgift und Nachlass der Braut an Kinder geregelt - 14

nach Tod von Bräutigam ohne Kinder bei zweiter Ehe der Braut: Auszahlung von Mitgift an Braut, Verzinsung von Morgengabe und Abtretung von Witwengütern geregelt, Vererbung von Mitgift und Nachlass der Braut ggf. an Kinder aus erster und zweiter Ehe geregelt - 16-17

Schutz der Witwengüter während Witwenzeit geregelt – nach Tod der Braut als Witwe: Rückfall der Witwengüter und ihrer Austattung geregelt, Vererbung von Nachlass geregelt - 18-19
Einordnung des Vertrags
 
#1
Textbezug zu vergangenen Ereignissen?
keiner
ständische Instanzen beteiligt?
keine
externe Instanzen beteiligt?
keine
Ratifikationen, Bestätigungen, Genehmigungen erwähnt?
keine
weitere Verträge zwischen Vertragspartnern geschlossen innerhalb 5 Jahren?
nicht nachgewiesen
militärische Konflikte zwischen Vertragspartnern ausgetragen innerhalb 5 Jahren?
nicht nachgewiesen
Kommentar
Zweites Datum der Vertragschließung 1753.11.08 Kassel.