Dynastische Eheverträge der Frühen Neuzeit (1500-1800)

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Name
 
Ehevertrag Hessen-Marburg - Mecklenburg-Güstrow 1618
Name
Ehevertrag Hessen-Marburg - Mecklenburg-Güstrow 1618
(Bearbeitungsstand)
2017 XII BB
Grunddaten Ehevertrag
 
#1
Vertragspartner Bräutigam
Mecklenburg-Güstrow
Vertragspartner Braut
Hessen-Kassel
Datum Vertragsschließung
24-3-1618
Ort Vertragsschließung
Kassel
Eheschließung vollzogen?
Ja
Interkonfessionelle Ehe?
Nein
Bräutigam
 
#1
Bräutigam Name, Titel
Johann Albrecht II., Herzog von Mecklenburg-Güstrow
Bräutigam Geburtsjahr
1590
Bräutigam Sterbejahr
1636
Bräutigam Dynastie
Mecklenburg
Bräutigam Konfession
Evangelisch-Reformiert
Braut
 
#1
Braut Name, Titel
Elisabeth von Hessen-Kassel
Braut Geburtsjahr
1596
Braut Sterbejahr
1625
Braut Dynastie
Hessen (Kassel)
Braut Konfession
Evangelisch-Reformiert
Akteur Bräutigam
 
#1
Akteur Bräutigam Name, Titel
Johann Albrecht II., Herzog von Mecklenburg-Güstrow
Akteur Bräutigam GND
Akteur Bräutigam Dynastie
Mecklenburg
Akteur Bräutigam Verhältnis zu Bräutigam
selbst
Akteur Braut
 
#1
Akteur Braut Name, Titel
Moritz, Landgraf von Hessen-Kassel
Akteur Braut Dynastie
Hessen (Kassel)
Akteur Braut Verhältnis zu Braut
Vater
Vertragstext
 
#1
Archivexemplar
Marburg, Staatsarchiv, Urk. 3, Nr. 267
Vertragssprache Archivexemplar
Deutsch
Drucknachweis
nicht nachgewiesen
Vertragssprache Druck
nicht nachgewiesen
Digitalisat Druck
nicht nachgewiesen
Vertragsinhalt
[Prä] – im Namen der heiligen Dreifaltigkeit, zu Lob und Ehren Gottes, zur Stärkung und Vermehrung beständiger Freundschaft und Wohlfahrt, mit Zustimmung von Brautvater und Brautmutter (Stiefmutter): Eheabrede geschlossen, Vertragschließung bekundet (1)

[1] – Eheversprechen ausgetauscht: für Braut, von Bräutigam (1)

[2] – Mitgift festgelegt, Aussteuer geregelt: Zahlung geregelt (1)

[3] – Erbverzicht der Braut geregelt: mit Zustimmung des Bräutigams, gemäß hessischem Hausrecht, auf Vatererbe, Muttererbe, Brudererbe und Vettererbe, Erbansprüche bei Aussterben des Hauses Hessen ausgenommen (1)

[4] – Morgengabe festgelegt: Verzinsung geregelt, zum persönlichen Bedarf der Braut (1-2)

[5] – Widerlage, Witwengüter und Witweneinkünfte festgelegt: Nutzungsrechte geregelt, mit Zustimmung von Bräutigambruder, geistliche und weltliche Herrschaftsrechte, Gerichtsbarkeit und Öffnung ausgenommen, Schadenersatz geregelt, eigener Prediger auf Witwengütern gestattet (2-3)

[6-7] – Witwengüter geregelt: Vereidigung der Amtleute und Rechtsstellung der Untertanen geregelt (3)

[8] – Witwengüter geregelt: Schutz durch Herzöge von Mecklenburg zugesichert (3)

[9] – Witwengüter geregelt: Veräußerung, Öffnung gegenüber Dritten, Bündnis mit Dritten verboten, Erhaltung von Witwensitz und Schadenersatz geregelt (3)

[10] – Witwengüter geregelt: ggf. Nachbesserung zugesichert, Schadenersatz bei Einkommensausfall geregelt (3)

[11] – nach Tod von Bräutigam: Vormundschaft über unmündige Kinder geregelt, Bezug von Witwengütern geregelt, persönlicher Besitz der Braut als Witwe geregelt (3-4)

[12] – Witwengüter geregelt: Vorräte und Ausstattung bei Bezug geregelt (4)

[13-15] – bei zweiter Ehe der Braut: Ablösung von Witwengütern, Auszahlung der Mitgift, Abtretung von Witwengütern geregelt, Vererbung der Mitgift ggf. an Kinder aus erster und zweiter Ehe geregelt, Nachlaß der Braut als Witwe mit oder ohne überlebende Kinder geregelt (4)

[16-17] – nach Tod der Braut ohne Kinder: Rückfall von Witwengütern und Mitgift geregelt, Vererbung von Morgengabe und Nachlaß außer Silbergeschirr geregelt (4-5)

[18] – nach Tod der Braut ohne Kinder: Witwengüter als Pfand gestellt von Rückfall der Mitgift (5)

[19] – Morgengabe geregelt: Vererbung und Ablösung geregelt (5)

[20] – Schuldenhaftung der Braut geregelt (5)

[21] – Eigentum an Hochzeitsgeschenken geregelt: Schmuck an Braut gefallen, Silbergeschirr geteilt, Vererbung geregelt (5)

[22] – bei Tod von Braut oder Bräutigam vor Hochzeit: Nichtigkeit von Ehevertrag vereinbart (5)
konfessionelle Regelungen
Widerlage, Witwengüter und Witweneinkünfte festgelegt: eigener Prediger auf Witwengütern gestattet - 5
erbrechtliche Regelungen
Erbverzicht der Braut geregelt: mit Zustimmung des Bräutigams, gemäß hessischem Hausrecht, auf Vatererbe, Muttererbe, Brudererbe und Vettererbe, Erbansprüche bei Aussterben des Hauses Hessen ausgenommen - 3

Vererbung der Mitgift ggf. an Kinder aus erster und zweiter Ehe geregelt- 13-15

nach Tod der Braut ohne Kinder: Vererbung von Morgengabe und Nachlaß außer Silbergeschirr geregelt - 16-17

Eigentum an Hochzeitsgeschenken geregelt: Vererbung geregelt - 21
Einordnung des Vertrags
 
#1
Textbezug zu vergangenen Ereignissen?
keiner
ständische Instanzen beteiligt?
keine
externe Instanzen beteiligt?
keine
Ratifikationen, Bestätigungen, Genehmigungen erwähnt?
Widerlage, Witwengüter und Witweneinkünfte festgelegt: mit Zustimmung von Bräutigambruder - 5
weitere Verträge zwischen Vertragspartnern geschlossen innerhalb 5 Jahren?
nicht nachgewiesen
militärische Konflikte zwischen Vertragspartnern ausgetragen innerhalb 5 Jahren?
nicht nachgewiesen
Kommentar
Der Bräutigam konvertierte anlässlich der Ehe zum Reformierten Glauben (Bei der Wieden 2006).
Literatur
Bei der Wieden, H.: Herzog Johann Albrechts II. zu Mecklenburg-Güstrow Hinwendung zum Kalvinismus. In: Jahrbuch für Mechlenburgische Kirchengeschichte. Mecklenburgica Sacra 9 (2006). S. 34-56.