Dynastische Eheverträge der Frühen Neuzeit (1500-1800)

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Name
 
Ehevertrag Pfalz-Zweibrücken - Schweden 1614
Name
Ehevertrag Pfalz-Zweibrücken - Schweden 1614
(Bearbeitungsstand)
2017 IX BB
Grunddaten Ehevertrag
 
#1
Vertragspartner Bräutigam
Pfalz-Zweibrücken
Vertragspartner Braut
Schweden
Datum Vertragsschließung
21.12.1614
Ort Vertragsschließung
Stockholm
Eheschließung vollzogen?
Ja
Interkonfessionelle Ehe?
Ja
Bräutigam
 
#1
Bräutigam Name, Titel
Johann Kasimir, Pfalzgraf von Zweibrücken
Bräutigam Geburtsjahr
1589
Bräutigam Sterbejahr
1642
Bräutigam Dynastie
Wittelsbach (Pfalz)
Bräutigam Konfession
Evangelisch-Reformiert
Braut
 
#1
Braut Name, Titel
Katharina von Schweden
Braut GND
nicht nachgewiesen
Braut Geburtsjahr
1584
Braut Sterbejahr
1638
Braut Dynastie
Wasa
Braut Konfession
Evangelisch-Lutherisch
Akteur Bräutigam
 
#1
Akteur Bräutigam Name, Titel
Johann Kasimir, Pfalzgraf von Zweibrücken
Akteur Bräutigam GND
Akteur Bräutigam Dynastie
Wittelsbach (Pfalz)
Akteur Bräutigam Verhältnis zu Bräutigam
selbst
Akteur Braut
 
#1
Akteur Braut Name, Titel
Gustav II. Adolf, König von Schweden
Akteur Braut Dynastie
Wasa
Akteur Braut Verhältnis zu Braut
Bruder (Halbbruder)
Vertragstext
 
#1
Archivexemplar
Stockholm, Riksarkivet, Konungahusens urkunder, 22 Urkunder rörande giftermålet mellan pfalzgreve Johan Kasimir och prinsessan Katarina 1614, nr. 22 a Heirathskontrakt
Vertragssprache Archivexemplar
Deutsch
Drucknachweis
nicht nachgewiesen
Vertragssprache Druck
nicht nachgewiesen
Digitalisat Druck
nicht nachgewiesen
Vertragsinhalt
[Prä] – Brautwerbung bekundet – eingeholte Zustimmung des Kurfürsten von der Pfalz bekundet: als des nächsten Brautverwandten – zur Erhaltung und Vermehrung von alter Freundschaft und Einvernehmen zwischen schwedischer Krone und pfälzischer Dynastie: Zustimmung von Brautbruder, Königinwitwe, Herzog von Östergötland und schwedischen Reichsräten bekundet (Bild 4 re – Bild 5 re)

1 – im Namen der heiligen Dreifaltigkeit, für Freundschaft, Einvernehmen und Wohlfahrt beider Dynastien, ihrer Länder und Untertanen: Einwillligung für Braut erteilt, Termin für Eheschließung festgelegt, Ratifikation durch Bräutigambrüder als schwedische Vertragsbedingung festgelegt (Bild 5 re – 6 li)

[2] – Mitgift festgelegt: gemäß Verfügung von Brautvater, verzögerte Zahlung über 10 Jahre geregelt, Beilager und Aussteuer geregelt (Bild 6 li – 7 li)

[3] – Auszahlung von väterlichen und mütterlichen Erbanteilen an Braut geregelt (Bild 7 li – re)

[4] – Überführung der Braut geregelt (Bild 7 re – Bild 8 li)

[5] – als Dank für Ehebewilligung: Förderung von Nutzen und Wohlfahrt der schwedischen Krone, ggf. Dienstleistung von Bräutigam an Brautbruder versprochen (Bil 8 li – re)

[6] – lutherische Religionsausübung für Braut und ihren Hofstaat zugesichert (Bild 8 re)

[7] – im Gegenzug für Mitgift und Aussteuer: Anlage von Mitgift und Erbanteilen der Braut zur Witwenversorgung zugesichert mit Zustimmung vom schwedischen König (Bild 8 re – Bild 9 re)

[8] – Erbverzicht für Braut geregelt: durch Bräutigam, auf väterliches, mütterliches, brüderliches und schwesterliches Erbe der Braut, im Gegenzug für Mitgift und Aussteuer, außer bei Aussterben der königlichen Dynastie in Schweden (Bild 9 re – Bild 10 li)

[9] – nach Tod von Bräutigam: Witwenversorgung und Morgengabe zugesichert (Bild 10 li)

[10] – Morgengabe festgelegt: Zahlung und Nutzung geregelt (Bild 10 li – re)

[11] – Witweneinkünfte und Witwengüter festgelegt: Nutzungsrechte geregelt (Bild 10 re – Bild 11 li)

[12] – Nutzung der Witwengüter zugesichert: auch während zweiter Ehe oder nach Abzug der Braut während Witwenzeit ins Ausland (Bild 11 li – re)

[13] – Witwengüter geregelt: Bestellung und Rechtstellung von Amtleuten und Bediensteten geregelt, Rechtsstellung und Huldigung von Untertanen geregelt (Bild 11 re)

[14] – Witwengüter und Witwensitz geregelt: Zustand und Ausbesserung geregelt (Bild 11 re – Bild 12 li)

[15] – Witwengüter und Witwensitz geregelt: Austattung, Ersatz im Schadensfall, Erhaltung geregelt (Bild 12 li)

[16] – Witwengüter geregelt: Indemnität von Schulden der Pfalzgrafen zugesichert (Bild 12 re)

[17] – Witweneinkünfte geregelt: ggf. Nachbessserung geregelt (Bild 12 re – Bild 13 li)

[18] – bei Erbzugewinn oder Regierungsantritt von Bräutigam: Vermehrung von Witweneinkünften zugesichert (Bild 13 li – re)

[19] – bei Abzug der Braut während Witwenzeit ins Ausland oder bei zweiter Ehe der Braut: Ablösung von Witweneinkünften geregelt, ggf. Vererbung von Ablösungssumme geregelt (Bild 13 re – Bild 14 li)

[20] – nach Tod von Braut oder Bräutigam mit überlebebenden Kindern: Nutzung von Witweneinkünften und Nachlaß durch überlebenden Ehepartner und Vererbung an Kinder geregelt – nach Tod von Braut ohne Kinder: Nutzung von Mitgift und Nachlaß durch Bräutigam, nach Tod von Bräutigam Rückfall von Mitgift und Nachlaß der Braut an schwedische Krone geregelt, ausgenommen testamentarische Vergabungen (Bild 14 re – Bild 15 re)

[21] – nach Tod von Bräutigam mit überlebenden Kindern: Unterhalt der Kinder geregelt, Indenmität von Witwengütern zugesichert – bei Abzug der Braut während Witwenzeit ins Ausland: Auszahlung von Mitgift und Aussteuer geregelt, Witwengüter als Pfand für Auszahlung eingesetzt (Bild 15 re – Bild 16 li)

[22] – Ratifikation von Ehevertrag durch Bräutigambrüder und Kurfürsten von der Pfalz zugesichert: kurfürstliche Ratifikation als schwedische Vertragsbedingung festgelegt (Bild 16 li – Bild 16 re)

[23] – bei Tod von Braut oder Bräutigam vor Eheschließung: Nichtigkeit von Ehevertag vereinbart (Bild 16 re)
Regelungen über Thronfolge und Regentschaft
bei Erbzugewinn oder Regierungsantritt von Bräutigam: Vermehrung von Witweneinkünften zugesichert - 18
konfessionelle Regelungen
lutherische Religionsausübung für Braut und ihren Hofstaat zugesichert - 6
erbrechtliche Regelungen
Auszahlung von väterlichen und mütterlichen Erbanteilen an Braut geregelt - 3

Erbverzicht für Braut geregelt: durch Bräutigam, auf väterliches, mütterliches, brüderliches und schwesterliches Erbe der Braut, im Gegenzug für Mitgift und Aussteuer, außer bei Aussterben der königlichen Dynastie in Schweden - 8

bei Abzug der Braut während Witwenzeit ins Ausland oder bei zweiter Ehe der Braut: Ablösung von Witweneinkünften geregelt, ggf. Vererbung von Ablösungssumme geregelt - 19

nach Tod von Braut oder Bräutigam mit überlebebenden Kindern: Nutzung von Witweneinkünften und Nachlaß durch überlebenden Ehepartner und Vererbung an Kinder geregelt – nach Tod von Braut ohne Kinder: Nutzung von Mitgift und Nachlaß durch Bräutigam, nach Tod von Bräutigam Rückfall von Mitgift und Nachlaß der Braut an schwedische Krone geregelt, ausgenommen testamentarische Vergabungen - 20
Einordnung des Vertrags
 
#1
Textbezug zu vergangenen Ereignissen?
keiner
ständische Instanzen beteiligt?
keine
externe Instanzen beteiligt?
Zustimmung und Ratifikation durch Kurfürsten von der Pfalz erwähnt - Prä, 22
Ratifikationen, Bestätigungen, Genehmigungen erwähnt?
Ratifikation von Ehevertrag durch Bräutigambrüder und Kurfürsten von der Pfalz zugesichert: kurfürstliche Ratifikation als schwedische Vertragsbedingung festgelegt - 22
weitere Verträge zwischen Vertragspartnern geschlossen innerhalb 5 Jahren?
nicht nachgewiesen
militärische Konflikte zwischen Vertragspartnern ausgetragen innerhalb 5 Jahren?
nicht nachgewiesen
Kommentar
NB Förderung von Nutzen und Wohlfahrt der schwedischen Krone, ggf. Dienstleistung von Bräutigam an Brautbruder versprochen - 5
Literatur
Zeus 2002