Dynastische Eheverträge der Frühen Neuzeit (1500-1800)

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Name
 
Ehevertrag Polen - Pfalz (Kurpfalz) 1691
Name
Ehevertrag Polen - Pfalz (Kurpfalz) 1691
(Bearbeitungsstand)
2017 IX BB
Grunddaten Ehevertrag
 
#1
Vertragspartner Bräutigam
Polen
Vertragspartner Braut
Pfalz (Kurpfalz)
Datum Vertragsschließung
1691 ohne Tag
Ort Vertragsschließung
nicht nachgewiesen
Eheschließung vollzogen?
Ja
Interkonfessionelle Ehe?
Nein
Bräutigam
 
#1
Bräutigam Name, Titel
Jakob Ludwig Sobieski, Prinz von Polen (Jakub Ludwik)
Bräutigam Geburtsjahr
1667
Bräutigam Sterbejahr
1737
Bräutigam Dynastie
Sobieski
Bräutigam Konfession
Römisch-Katholisch
Braut
 
#1
Braut Name, Titel
Hedwig Elisabeth Amalia von der Pfalz
Braut Geburtsjahr
1673
Braut Sterbejahr
1722
Braut Dynastie
Wittelsbach (Pfalz)
Braut Konfession
Römisch-Katholisch
Akteur Bräutigam
 
#1
Akteur Bräutigam Name, Titel
Johann III. Sobieski, König von Polen (Jan)
Akteur Bräutigam GND
Akteur Bräutigam Dynastie
Sobieski
Akteur Bräutigam Verhältnis zu Bräutigam
Vater
Akteur Braut
 
#1
Akteur Braut Name, Titel
Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg, Kurfürst von der Pfalz
Akteur Braut Dynastie
Wittelsbach (Pfalz)
Akteur Braut Verhältnis zu Braut
Bruder
Vertragstext
 
#1
Archivexemplar
nicht nachgewiesen
Vertragssprache Archivexemplar
nicht nachgewiesen
Digitalisat Archivexemplar
nicht nachgewiesen
Drucknachweis
CTS 19, S. 169-175
Vertragssprache Druck
Lateinisch
Digitalisat Druck
nicht nachgewiesen
Vertragsinhalt
[Prä] – aus besonderer Fürsorge von Bräutigamvater für die ganze Welt und besonders für seine Reiche: Absicht zur Bewahrung der Freundschaft mit benachbarten Völkern und zur Freiheit der übrigen Völker bekundet, Absicht zur Stärkung von Frieden und allgemeiner Sicherheit durch gegenseitige Ehen und ehrlichen Beistand bekundet – Entschluß von Bräutigamvater und Bräutigam zu einer besonders nützlichen Eheschließung bekundet: im Hinblick auf den Glanz des pfälzischen Hauses in der ganzen Welt, auf die verwandtschaftlichen Verbindungen von Kurfürst Philipp Wilhelm zu allen Familien Europas und auf die Hoffnungen auf dessen Nachkommen in allen verwaisten Reichen – im Andenken an die alte Freundschaft zur polnischen Nation, an die Abstammung der Brautmutter von den Jagiellonen, an die Eheverbindung von Brautbruder mit Famillie Radziwill: Einwilligung von Kurfürst Philipp Wilhelm in Brautwerbung und kaiserliche Vermittlung bekundet – nach Tod von Kurfürst Philipp Wilhelm vor Vertragsabschluß: Zustimmung von Brautbruder aus Zuneigung zum polnischen Königshaus bekundet, Ernennung von Verhandlern, Vertragsabschluß bekundet (169f.)

1 – Eheversprechen ausgetauscht: für Braut, von Bräutigam, Trauung nach katholischem Ritus und Überführung der Braut geregelt

2 – Mitgift festgelegt: ggf. Rückzahlung zugesichert

3 – Widerlage und Zulage festgelegt: Nutzung von Mitgift, Widerlage und Zulage durch Bräutigam auf Lebenszeit geregelt, zu erblichem Besitz des überlebenden Ehepartners, Vererbung an Kinder geregelt

4 – Unterhalt für Braut und ihren Hofstaat während der Ehe geregelt

5 – nach Tod von Bräutigam: Witwenversorgung geregelt, Eigentum der Braut an Mitift, Widerlage, Zulage geregelt, zusätzlicher Zuschuß aus Schlesien zugesichert mit kaiserlicher Genehmigung zu erblichem Recht des Bräutigams

6 – weitere Witweneinkünfte in Polen zugesichert

7 – Unterhalt von Kindern geregelt: ausgenommen von Witwenversorgung – freie Wahl von Wohnsitz der Braut während Witwenzeit zugesichert, ggf. Witwensitz in Polen geregelt

8 – Eheschließung und Überführung der Braut geregelt: Termin vorbehalten

9 – Erbverzicht der Braut geregelt: vor Eheschließung, auf Erbe und Nachfolgerecht des pfälzischen Hauses, auf Lehengüter und Allodialgüter, Erbfall nach Aussterben in männlicher Linie ausgenommen, nach dem Vorbild der Brautschwestern

10 – Einhaltung zugesichert

11 – Ratifikation geregelt
Regelungen über Thronfolge und Regentschaft
Erbverzicht der Braut geregelt: vor Eheschließung, auf Erbe und Nachfolgerecht des pfälzischen Hauses, auf Lehengüter und Allodialgüter - 9
konfessionelle Regelungen
1 – Eheversprechen ausgetauscht: für Braut, von Bräutigam, Trauung nach katholischem Ritus und Überführung der Braut geregelt - 1
erbrechtliche Regelungen
Widerlage und Zulage festgelegt: Nutzung von Mitgift, Widerlage und Zulage durch Bräutigam auf Lebenszeit geregelt, zu erblichem Besitz des überlebenden Ehepartners, Vererbung an Kinder geregelt - 3

nach Tod von Bräutigam: Witwenversorgung geregelt, Eigentum der Braut an Mitift, Widerlage, Zulage geregelt, zusätzlicher Zuschuß aus Schlesien zugesichert mit kaiserlicher Genehmigung zu erblichem Recht des Bräutigams - 5

Erbverzicht der Braut geregelt: vor Eheschließung, auf Erbe und Nachfolgerecht des pfälzischen Hauses, auf Lehengüter und Allodialgüter, Erbfall nach Aussterben in männlicher Linie ausgenommen, nach dem Vorbild der Brautschwestern - 9
Einordnung des Vertrags
 
#1
Textbezug zu vergangenen Ereignissen?
keiner
ständische Instanzen beteiligt?
keine
externe Instanzen beteiligt?
kaiserliche Vermnittlung erwähnt - Prä, Zuschuß zu Witwenversorgung mit kaiserlicher Genehmigung erwähnt - 5
Ratifikationen, Bestätigungen, Genehmigungen erwähnt?
Ratifikation geregelt - 11
weitere Verträge zwischen Vertragspartnern geschlossen innerhalb 5 Jahren?
nicht nachgewiesen
militärische Konflikte zwischen Vertragspartnern ausgetragen innerhalb 5 Jahren?
nicht nachgewiesen